Zwei Atombomben dankend erhalten
Alltag im Iran des Ahmadinedschad
Gebundenes Buch, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
mit 8 Seiten 4c-Abbildungen
ISBN: 978-3-453-14302-9
Verlag: Heyne
Wie bedrohlich ist der Iran wirklich?
Ein fanatischer Gottesstaat, der Präsident ein religiöser Hardliner, besessen vom Bau der Atombombe: So sehen wir die Islamische Republik Iran. Wer hinter die Drohkulisse blickt, trifft auf Korruption, Willkür und religiöse Heuchelei. Die Fernsehjournalistin Antonia Rados liefert kluge und überraschende Einblicke in ein Land, das noch länger ein Brennpunkt der Weltpolitik bleiben wird.
Die Bestsellerautorin berichtet, was man auf Reisen durch den Iran erleben kann - vorausgesetzt, es gelingt einem überhaupt, ins Land zu kommen. Das ist nicht einfach, denn die Führung des Iran hält jeden westlichen Ausländer für einen CIA-Spitzel, der die amerikanische Invasion vorbereitet. Pech, wenn man auch als Frau aus dem Westen die Kopfbedeckungs-Vorschriften streng beachten muss. Ausnahmen werden nicht geduldet, sonst gerät man leicht ins Visier der Revolutionswächter und Regime-Freunde. Und leider kann sich jede Verordnung, an die man sich hält, über Nacht ändern. Einer Bestrafung kann man jedoch entgehen, wenn man das notwendige Kleingeld an die richtigen Beamten bezahlt.
In ironisch-unterhaltsamem Ton erzählt Antonia Rados vom oft absurd anmutenden Alltag im Iran: Geschichten, die zugleich überraschen, amüsieren und erschrecken.
Und vor allem sollte man zwischen den Zeilen lesen - Antonia Rados hat einen interessanten und geschulten Blick und kann dies auch wunderbar zu Papier bringen. Keine leichte Lektüre für den Nachttisch, aber dafür eine lesenswerte und den Horizont erweiternde.
Über die Autorin:
Antonia Rados, geboren in Klagenfurt, studierte in Paris und Salzburg. Sie ist promovierte Politologin und arbeitet seit 1978 als Kriegsberichterstatterin, seit 1993 als RTL-Korrespondentin und Studioleiterin in Paris. Sie berichtete bereits aus vielen Krisenregionen, etwa aus Südafrika, Somalia, Iran und Afghanistan. Für ihre Berichterstattung aus Bagdad, bei der sie trotz der extremen Bedingungen ihre journalistische Unabhängigkeit unter Beweis stellte, wurde Antonia Rados 2003 mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet. Bei Heyne erschienen "Live aus Bagdad" (2003) und "Gucci gegen Allah" (2005). Antonia Rados lebt in Paris.
Vielen Dank für die Unterstützung des Verlages und die Bereitstellung von Information und Bildmaterial.
Mag. Barbara Schildknecht
19.09.2008 15:32