Buchrezensionen

Buchrezensionen

 

Jens Rassmus

Das Nachttier

G&G/Nilpferd Verlag

48 Seiten

978-3-7074-5215-0

€ 19,95

Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2019

Jens Rassmus wurde 1967 in Kiel geboren, studierte Illustration in Hamburg und Schottland. Er illustriert und schreibt Bücher, wofür er vielfach ausgezeichnet wurde. Diesem Buch über das Schlafen, Vertrauen und Loslassen ist eine Gute-Nacht-Geschichte wie im Traum: leise, verlockend und magisch schön. Es wurde sofort mit Preisen überhäuft: u.a. mit Die besten 7 (von Deutschlandfunk und Focus), Buch des Monats (Institut für Jugendliteratur), Lektorix (Institut für Jugendliteratur und STUBE), Die besten Bücher 2018 - Leporello lesen und jetzt am 14. Mai der Österreichische Kinder- und Jugendbuchpreis 2019. Ein zauberhaftes Buch, dass nicht nur Kinder fasziniert, sondern auch Erwachsene, die sich den kindlichen Blick erhalten haben in seinen Bann schlägt. Ab 4 Jahren

Das Nachttier

Wolfgang Petritsch

Ich bin der Meinung | Bruno Kreisky – Sprüche und Widersprüche

Ueberreuter Sachbuch

80 Seiten

978-3-8000-7722-9

€ 10,00

„Man kann sich nicht eine Gruppe von Hofphilosophen halten, die einem das Denken abnehmen.“

„Schön tat ma da ausschauen, wenn nicht am Beginn dieses Jahrhunderts hunderttausende Tschechen, Slowaken, Ungarn und Polen zu Wienern geworden wären." Ein Spruch vom Altkanzler Bruno Kreisky, den wir uns heute nicht oft genug vorsagen und anhören können. Kreisky hat wie kein anderer Staatsmann die Zweite Republik geprägt. Sein politisches Wirken als Staatssekretär, Außenminister, SPÖ-Vorsitzender und schließlich als Bundeskanzler von 1970 bis 1983 hat Österreich von Grund auf verändert und modernisiert. Kreiskys aktive Neutralitätspolitik in Zeiten des Kalten Krieges hat ihm weit über Österreichs Grenzen hinaus Anerkennung gebracht. Aber nicht nur als Politiker war Bruno Kreiskys bedeutend. Seine intellektuelle und rhetorische Brillanz und der grantelnde Humor waren legendär. Dem hat sein langjähriger Mitarbeiter Wolfgang Petritsch Rechnung getragen und für diesen Band Kreiskys Sprüche ausgewählt und kommentiert. Fast schon eine Austriaca!

Ich bin der Meinung | Bruno Kreisky – Sprüche und Widersprüche

Katrin Wilkes

Mutter schafft! | Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt

estend Verlag

240 Seiten

978-3-86489-246-2

€ 18,50

Ein wütender Aufschrei, der jungen Frauen Mut macht

Immer noch bekommen Frauen nur die Hälfte der Rente, immer noch gibt es den gender-pay-gap und immer noch konkurrieren Mütter darum, wer den besten Kuchen für den Schulbasar bäckt. Der gelungene und passgenaue Wiedereinstieg in den Beruf gerät für junge Frauen zur größten Herausforderung ihres eh schon dichten Lebens zwischen 35 und 50. Katrin Wilkens hat 1000 Frauen geholfen, den passenden Job zu finden: die erlösende Vision – oder schlicht das Machbare, das funktioniert. Sie führt in diesem Buch die Ursachen für die Schwierigkeiten an und erklärt den Kreativitätsansatz, mit dem sie arbeitet, so dass irgendwann die Debatte um die besten Dinkelkekse nicht mehr in die Altersarmut mündet. Mit leichtnachvollziehbaren Beispielen zeigt sich anhand von Prototypen, wie welche Frau, das Richtige, Machbare für sich finden kann.

Mutter schafft! | Es ist nicht das Kind, das nervt, es ist der Job, der fehlt

Marek Toman | Aus dem Tschechischen übersetzt von Raija Hauck

Die große Neuigkeit vom schrecklichen Mord an Šimon Abeles

Wieser Verlag

390 Seiten

978-3-99029-324-9

€ 24,90

„Fakenews“ sind keine Erfindung des digitalen Zeitalters:

Der erfahrene Anthropologe Ladislav soll in der Theynkirche, im Herzen der Prager Altstadt, das Grab des jungen Šimon Abeles aus dem 17. Jahrhundert aufspüren, um dessen frühen Tod sich ein düsteres Geheimnis rankt. Starb Šimon, jüdischer Abstammung und der Legende nach vom Wunsch getrieben, zum Christentum zu konvertieren, wirklich gewaltsam von der Hand seiner Familie, wie es die damalige Rechtsprechung entschied? Oder war dieses Urteil des Blutgerichts, das seinen Vater und einen anderen Verwandten dem peinlichen Verhör unter Folter aussetzte und das Leben kostete, eine Inszenierung kirchlicher und weltlicher Macht, um antijüdische Vorurteile zu schüren? Während Ladislav die Sache mit modernen wissenschaftlichen Methoden angeht, verschwindet plötzlich sein eigener Sohn, der 15-jährige Simon, spurlos. Welche Rolle spielt dabei ein Computerspiel, welchem Simon verfallen ist und das sich in unheimliche Weise ebenfalls mit den Geschehnissen des 17. Jahrhunderts beschäftigt? „Krimi, Roman, Literatur – und auch ein Wissenschaftsbuch. Von der historischen Recherche bis zu den Verknüpfungen der Disziplinen. Und es ist ein philosophisches Buch. Weil es als Anleitung für den aufrechten Gang und die Zivilisation des Menschen dienen kann." (Ernst Granits)

Die große Neuigkeit vom schrecklichen Mord an Šimon Abeles

Ernst Gelegs

Liebe Mama, ich lebe noch! | Die Briefe des Frontsoldaten Leonhard Wohlschläger

Kremayr & Scheriau

224 Seiten

978-3-218-01161-7

€ 22,00

So beginnen die Briefe eines Frontsoldaten an seine Mama: Liebe Mama, ich lebe noch!

ORF-Korrespondent Ernst Geleg stößt bei der Wohnungsauflösung seiner „Tante Hansi“ zufällig auf eine unscheinbare Schachtel, die sich mit fast 100 Briefen von der Front als „Schatzkiste der Zeitgeschichte“ entpuppt. Leonhard Wohlschläger, Sohn des renommierten Architekten und Wiener Stadtpolitikers Jakob Wohlschläger, und Bruder von Tante Hansi liefert mit seinen Briefen datiert zwischen 1933 bis 1944 ein spannendes Zeitdokument. Gelegs gelingt ein Balanceakt im Spannungsfeld zwischen Privatheit und den Zeitläuften der Weltgeschichte. Einerseits spricht aus den Briefen ein junger, lebenslustiger Wiener „Hollodri“ und auf der anderen Seite erlebt ein Soldat mit klarem Blick das Kriegsgeschehen an der Front.

Liebe Mama, ich lebe noch! | Die Briefe des Frontsoldaten Leonhard Wohlschläger

Seymour M. Hersch

Reporter | Aufdecker der amerikanischen Nation

Ecowin Verlag

500 Seiten

978-3-7110-0237-2

€ 28,00

Zu seinem 80. Geburtstag bringt Hersh seine Erinnerungen heraus

„Ich bin ein Überlebender aus dem goldenen Zeitalter des Journalismus, als Zeitungsreporter nicht mit den Rund-um-die-Uhr-Nachrichten der Kabelsender konkurrieren mussten, als Zeitungsverlage dank ihrer Anzeigenkunden und Kleinanzeigen im Geld schwammen, und als ich auf Kosten meiner Arbeitgeber jederzeit überallhin reisen konnte, ganz gleich, aus welchem Grund. Es gab genug Zeit, an einer sich entwickelnden Story zu arbeiten, ohne dass man sich ständig auf das berufen musste, was die eigene Webseite verlauten ließ ..." Seymour M. Hersh lies sich nie einschüchtern, ist unbestechlich und beendet die Suche erst, wenn die ganze Wahrheit ans Licht gekommen ist – Charakterzüge, die umso wichtiger werden, je mehr der Berufsstand zwischen Fake News, Twitter-Gewittern und Datenhandel unterzugehen droht. In seinen Erinnerungen nimmt er uns mit zu seinen Anfängen in der Associated Press, zu seinen Ausflügen in Wahlkampfteams und er gibt tiefe Einblicke in die Entstehung seiner großen Reportagen über Kissinger, die Mafia-Connections der Kennedys bis zu den Hintergründen der Massaker von Vietnam.

Reporter | Aufdecker der amerikanischen Nation