Buchrezensionen

Buchrezensionen

 

Manfred Flügge

Stadt ohne Seele

Aufbau-Verlag

480 Seiten

978-3-351-03699-7

€ 25,70

Stadt ohne Seele

Es ist schon viel über den „Anschluss“ geschrieben, gesprochen und diskutiert worden. Aber bisher wurde die Atmosphäre dieser „Iden des März“ noch nie so gut und plastisch eingefangen. Die Zeit zwischen 1934 und 1938, von Hans Weigel salopp als „die schlampertste Diktatur der Welt“ bezeichnet, lässt der deutschen Autor Manfred Flügge vor unseren geistigen Augen auferstehen. Die Ermordung Engelbert Dollfuß, die vielschichtige Persönlichkeit Kurt Schuschniggs, die Rolle von Seiß-Inquart, das Verhältnis Hitlers zu Wien, die unzähligen Musiker, Dichter und Denker, ihre Schicksale auf der Flucht, Mitläufer und Profiteure, Widerstand, Flucht und Auslöschung, Tragödien von unermesslichem Ausmaß, Schuld und – wenn auch wenig, so doch – Sühne finden ihren Platz in diesem sehr gut recherchierten und gut zu lesendem Buch.

Stadt ohne Seele

Heidi Emfried

Die Akte Kalkutte

Verlag Anton Pustet

360 Seiten

978-3-7025-0893-7

€ 24,00

Die Akte Kalkutta

Warum wird eine verstümmelte Kinderleiche mit einem Engelsgesicht nicht vermisst? Warum wird ein unauffälliger Familienvater mit der gleichen Waffe erschossen? Chefinspektor Leo Lang muss buchstäblich an allen Fäden ziehen, um irgendwie Licht ins Dunkel zu bringen. Die spur führt von einer Wiener Nobelklinik ins ferne Kalkutta. Dieser spannende Krimi gibt auch einiges zum Nachdenken: über unsere Moral, unsere Gesellschaft und wie wir mit den Möglichkeiten der Wissenschaft umgehen – oder es zumindest könnten -, unsere Werte und unsere Solidarität mit anderen.

Die Akte Kalkutte

Jörg Bibow / Heiner Flassbeck

Das Euro-Desaster

Westend Verlag

224 Seiten

978-3-86489-215-8

€ 20,00

Das Euro-Desaster

Europa geht uns alle an, seine Krisen sind unsere Krisen. Der Euro steckt seit 2008 in einer tiefen Krise, die nicht enden will und den Fortbestand der Währungsunion gefährdet. Doch Deutschland verweigert sich der Einsicht, dass es selbst eine entscheidende Schuld an der Misere hat. Stattdessen werden „Krisenländer“ wie Griechenland, Portugal und Spanien als Schuldige an den Pranger gestellt. Jörg Bibow und Heiner Flassbeck zeigen in ihrem Buch – auch für Laien verständlich -, dass die Eurogruppe unter der Führung Deutschlands für die unnötige Verlängerung der Krise verantwortlich ist. Interessant und eine andere Sicht als die, die uns die Medien im Schnitt liefern.

Das Euro-Desaster

Gerhard Loibelsberger

Schönbrunner Finale

Gmeiner Verlag

288 Seiten

978-3-8392-2210-2

€ 15,50

Schönbrunner Finale

Die Toten in diesem Buch wurden tatsächlich 1918 in Wien ermordet. Ob ihr Fall so aufgeklärt wurde ist die erzählerische Freiheit. Die Figur des Oberinspektor Joseph Maria Nehyba, der die Ermittlungen führt, ist so plastisch, dass wir praktisch live dabei sind und mit ihm die uns heute noch geläufigen Orte aufsuchen und das Ende des Ersten Weltkrieges, den Untergang der Monarchie und die Ausrufung der Republik erleben. Nicht nur die historischen Todesfälle, die so gar nicht erfunden werden könnten, sondern auch das feine Gespür für die sozialen Hintergründe der Gesellschaft in der jeweiligen Zeit macht diesen Krimi zu etwas besonderem.

Schönbrunner Finale

Achim Schneyder

Das große Buch vom Handwerk

Servus Verlag

306 Seiten

978-3-7104-0170-1

€ 36,00

Fast vergessen, neu entdeckt Zusammengetragen von Achim Schneyder

Es gibt Berufe und es gibt Berufungen. Der Autor dieses wunderschön gestalteten Buches hat Geschichten über außergewöhnliche Menschen zusammengetragen, die sich mit Herz und Seele ihrem Handwerk verschrieben haben. Die besonderen Gegenstände, die sie dabei mit viel Zeit, Liebe und Können fertigen, werden vorgestellt. Die unglaubliche Vielfalt an alter und beinahe schon vergessener Handwerkskunst, ob Alphornbauer, Besteckschmied oder Hirschhornknopfhersteller erlebt so vielleicht ein Revival.

Das große Buch vom Handwerk

Johanna Romberg

Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten

Hardcover

304 Seiten

978-3-431-04088-3

€ 24,70

Über die Liebe zur Natur: tiefsinnig, wissensreich und inspirierend

Zum Glück sind viele Vögel Kulturfolger, das heißt, sie wohnen mit uns in Städten, in unseren Parks und Gärten und bringen uns so praktisch die „wilde“ Natur vor die Haustüre. Wäre es nicht schön zu wissen, wie dieser schmucke Vogel heißt oder wem dieser bestimmte Ruf zuzuordnen ist? Damit könnte vielleicht der Grundstein für ein neugieriges Vögelbeobachten – neudeutsch Birding – gelegt werden. Johanna Romberg macht es uns mit ihrem wunderschön illustrierten Sachbuch leicht, durch ein Jahr unsere gefiederten „Mitbürgerinnen und Mitbürger“ zu beobachten und dabei zu entdecken, dass unsere Sinne immer schärfer werden und wir damit achtsamer und glücklicher mit einem Gespür für unsere Umwelt, für die wir letzendlich verantwortlich sind.

Federnlesen - Vom Glück, Vögel zu beobachten