Mehr Chancen durch Coachlea-Implantate

Pressegespräch

 

Sonntag, 30.10.2017

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Mehr Chancen durch Coachlea-Implantate

Von tausend Kindern werden ein bis zwei taub geboren. Gehörlosigkeit wirkt sich sowohl immens auf soziale Beziehungen, als auch auf die schulische Ausbildung und die berufliche Karriere aus. Die Teilnahme am normalen Alltag wird erschwert. Sophie Adzic (13) und Mariella Sturz (21), beide taub geboren, erzählen am Dienstagabend, 24.10. im Alpha-Club Wien im Rahmen eines Pressegesprächs unter der Leitung von Maria Rauch-Kallat, MBA  von ihren eigenen Erfahrungen. Zu Gast sind außerdem Mag. Dominique Sturz (Mutter von Mariella), Susanne Adzic-Frey (Mutter von Sophie) und ao. Univ.-Prof. Dr. Wolf-Dieter Baumgartner, Oberarzt an der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUni Wien, der die beiden jungen Frauen mit Coachlea-Implantate versorgte. Ewald Thurner vom österreichischen Unternehmen MED-EL spricht außerdem über die Funktionsweise der CIs. 


Ihr erstes Implantat bekam Sophie Adzic am rechten Ohr mit 14 Monaten, mit 2 Jahren auch am linken Ohr. Die inzwischen 13-jährige Schülerin ist mittlerweile froh über ihre Coachlea-Implantate, denn „es ermöglicht mir zu hören, zu sprechen und einfach am Leben uneingeschränkt teilzunehmen.“ Susanne Adzic-Frey, Sophies Mutter, ist sichtlich stolz auf ihre Tochter: „Wir sind als Eltern sehr dankbar über die einzigartige Zusammenarbeit mit MED-EL, die es Sophie ermöglichen, ein normales Leben zu führen. So konnte sie endlich zu sprechen lernen. Manchmal plappert sie sogar zu viel!“, erzählt sie lachend. Sophie möchte später einmal Pferdetherapeutin werden und anderen Kindern mit Beeinträchtigungen helfen.

Durch Coachlea-Implantaten wird es Kindern und Erwachsenen ermöglicht, den Alltag normal zu gestalten, Berufswünschen und Hobbys nachzugehen. Auch die 21-jährige Mariella Sturz wurde taub geboren und kann mit Hilfe ihrer CIs ihren beruflichen Zielen nachgehen: Sie studiert Rechtswissenschaften am Juridicum Wien. Die junge Frau war eines der ersten Kinder in Österreich, das an beiden Ohren mit Implantaten versorgt wurde. Die Qualität des Hörens wird somit insgesamt erhöht und die Wahrnehmung, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt wird gestärkt. Mit nur einem Implantat ist dies nicht möglich.  „Wir haben von der Möglichkeit gehört und waren sofort davon begeistert“, erzählt ihre Mutter Dominique Sturz.  „Wir sind sehr froh, dass wir diesen Weg mit ihr gegangen sind, denn nun kann sie ihren eigenen Weg gehen.“

„Als Ärzte ist es uns wichtig, dass wir versuchen den Menschen individuell zu helfen und zu unterstützen, sodass die Teilnahme am normalen Leben so gut wie möglich machbar ist. Freundschaftliche und familiäre Beziehungen, genauso wie die Wahl des Berufes sind eingeschlossen“, sagt Dr. Wolf-Dieter Baumgartner, der die CIs bei Sophie und Mariella und unzähligen weiteren Kindern implantiert hat. Die Operation ist eine der sichersten Operationen überhaupt. Jährlich werden in Österreich rund 500 Hörimplantate eingesetzt, 30 Prozent der implantierten Personen sind Kinder, 70 Prozent sind Erwachsene. Die Coachlea-Implantate werden dabei von MED-EL, einem österreichischen Unternehmen mit Sitz in Innsbruck, zur Verfügung gestellt.  Das Unternehmen sieht es als Aufgabe, allen hörbeeinträchtigten Menschen zu helfen. „Von tausend Kindern werden ein bis zwei taub geboren. Wir sehen es als unsere Aufgabe allen hörbeeinträchtigten Menschen zu helfen, um das Hören und Sprechen zu ermöglichen und auch im weiteren Verlauf des Lebens mit unserem Know-how und hochqualitativer Technik zu betreuen.“

Wenn man Sophie und Mariella heute beim Sprechen zuhört, lässt sich kein Unterschied zu Normalhörenden feststellen. Es steckt allerdings auch viel Arbeit dahinter: Durch die Unterstützung der Familie oder von LogopädInnen beim Lesen und Lernen können bessere Ergebnisse beim Sprechen und Hören erzielt werden.

Auf die Frage, ob es irgendwelche Einschränkungen oder Probleme durch die Implantate gibt, verneinen beide Mädchen dies. „Sogar das Schwimmen ist mit einer Schutzfolie möglich“, fügt Ewald Turnher (MED-EL) hinzu. „Ich fühle mich auch nicht als benachteiligt oder eingeschränkt. Es ist für mich einfach Normalität, die CIs zu tragen. Wenn ich jemanden kennenlerne und ich danach gefragt werde, was das ist, ist er meistens erstaunt, dass ich gehörlos bin“, erzählt Sophie.
Coachlea-Implantate haben Sophies und Mariellas Leben zum Positiven verändert, genauso wie das ihrer Familien- und Freundeskreise.


Kontakt:
Melanie Bernhofer, Bakk.
melaniebernhofer@yahoo.at
 

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