100 Jahre Frauengeschichte in Österreich

 

Donnerstag, 18.10.2018

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Referentinnen: Isabella Ackerl

Film: Anita Lackenberger

100 Jahre Frauengeschichte in Österreich

100 Jahre Frauengeschichte in Österreich

Im Jahr 2018 wurden wir mit historischen Dokumentationen, Filmen und Diskussionen anlässlich von 100 Jahre Republik Österreich und der Jubiläen der „Achterjahre“ überschwemmt. Der Frauenstandpunkt zu diesen Ereignissen war jedoch etwas unterrepräsentiert, ja wurde stiefmütterlich behandelt. Alpha möchte nun auf Wunsch von regelmäßigen Besuchern dem abhelfen und den Frauenaspekt in der Geschichte dieses Jahrhunderts etwas deutlicher hervorheben.

Beginnen wollen wir mit einer Veranstaltung zu

100 Jahre Frauenwahlrecht

Dazu Vorführung eines einschlägigen kurzen Films von Anita Lackenberger.

 

Zumindest seit der Französischen Revolution, seit Olympe de Gouge 1791 die Déclaration des droits de la Femme et de la Citoyenne (= Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin) veröffentlichte und diese Kühnheit des Denkens am Schafott büßen musste, ist das Frauenwahlrecht ein europäisches Thema. Gab es doch kein einziges Land in Europa, das Frauen Gehör und Stimme schenkte. Im 19. Jahrhundert war es nur Pitcairn, die Insel der Bounty-Meuterer, die den Frauen das Wahlrecht gewährte, allerdings weil es nur wenige Einwohner auf dieser Insel gab. 1887 wurde es wieder zurückgenommen. Heute ist Pitcairn das letzte Überseegebiet der britischen Krone, weil doch sehr abgelegen.

Im Revolutionsjahr 1848 war das Frauenwahlrecht kurz aktuell, wurde aber sehr schnell wieder von der politischen Agenda entfernt. Ebenso wie die Forderung der Wiener Arbeiterinnen nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Irgendwie seltsam, dass ein so altes selbstverständliches Begehren noch immer nicht zufriedenstellend erfüllt wurde.

Nach 1849 erhielten in Österreich wie in wenigen anderen Ländern nur jene Frauen ein eingeschränktes Stimmrecht auf Gemeindeebene, wenn sie über entsprechenden Grundbesitz verfügten und damit auch steuerpflichtig waren.

Erst 1918 wurde von der Provisorischen Nationalversammlung das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für Frauen beschlossen, mehr als zehn Jahre nach dem Wahlrecht für Männer. Diesem Gesetz war ein langer und mühsamer politischer Kampf aller Frauengruppen vorausgegangen, der von vielen Ups und Downs geprägt war.

Trotzdem gehört Österreich zu jenen Ländern in Europa – mit Ausnahme von Skandinavien −, wo Frauen, auch als Folge des Ersten Weltkrieges, früh wählen durften. In so bedeutenden demokratischen Staaten wie  Großbritannien etwa erst 1928 und in Frankreich 1945.

Isabella Ackerl

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