alpha Literaturforum | Wolf Haas: "Junger Mann"

Gelesen und für gut befunden

 

Mittwoch, 20.02.2019

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Begrüßung: Anneliese Stoklaska & Ellna-Maj Schedelberger

alpha Literaturforum | Wolf Haas:

Wolf Haas: "Junger Mann",

Verlag Hoffmann und Campe

 

Wolf Haas ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Österreichs, mit seinen skurrilen Brenner-Krimis ist er bekannt geworden, jetzt widmet er sich allerdings einem anderen Stoff: "Junger Mann" ist die – autobiographisch gefärbte – Coming of Age-Story, - früher hätte man wahrscheinlich „Entwicklungsroman“ dazu gesagt -, eines übergewichtigen Teenagers im Österreich der 70er Jahre.

 

Während die berühmteste Figur des Schriftstellers Wolf Haas, der Detektiv Simon Brenner, ein eher knittriger Herr in fortgeschrittenem Alter ist, der gemeinsam mit seinem Erzähler ziemlich erfahren und geistreich über die Welt im Allgemeinen und im Besonderen räsoniert, nähert sich Haas nun dem Leben einmal von der anderen Seite: es geht um einen Teenager, um Pubertät, erste Versuche, sich vom Zuhause abzunabeln, auf die eigenen Beine zu kommen, die Spielregeln der Erwachsenenwelt zu lernen und zu beherrschen, oder, wie es ein Rezensent trefflich formuliert hat, um „einen Dreizehnjährigen, der auf die Waage stieg und sich um den Verstand verliebte“.

 

Diese Personenwaage ziert den Umschlag des Romans und sie zeigt ein Gewicht von 92 Kilo an. Bei den meisten Menschen ist das zu viel, auch bei unserem „Jungen Mann“, der weiß, dass er keine „schweren Knochen“, sondern ein Normalgewicht von 80 und ein Idealgewicht von 72 Kilo hat. Trotzdem und obwohl Wolf Haas im Rückblick auf seine eigenen jugendlichen Abnehm-Anstrengungen in einem Interview mit den OÖ Nachrichten anmerkt: "Mein Romanheld hat 15 Kilo abgenommen, ich nur 13", handelt es sich bei „Junger Mann“ keineswegs um einen Diät-Leitfaden, sondern womöglich um die manchmal ein bisschen sentimentalen Erinnerungen des Autors an die schöne, coole, nicht immer so tolle, oft auch nervige, sehr oft ordentlich peinliche und immer wieder unerträgliche, zumindest aber vom Innerlichen her konstant aufregende Jugendzeit (der standard,11.09.18): "Schon vor längerer Zeit hatte ich ein Naturgesetz entdeckt: Wenn man etwas sehr Schönes erlebte, passierte immer gleich etwas entsprechend Schreckliches." Man liest und erinnert sich an die eigenen jungen Jahre. Besser ist es seitdem zwar auch nicht geworden, aber man konnte das ja nicht schon damals wissen“.

 

Wir freuen uns schon auf zahlreiche Gäste und eine angeregte Diskussion. Dafür wäre es wünschenswert, wenn Sie das Buch schon gelesen oder zumindest hineingelesen hätten.

Ellna-Maj Schedelberger und Anneliese Stoklaska

 

CV Wolf Haas

Geboren 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer, Salzburg. Nach der Matura ab 1979 Studium an der Universität Salzburg zunächst Psychologie, ab 1980 dann Germanistik und Linguistik; danach Werbetexter, u.a. schuf er Radiospots wie „Lichtfahrer sind sichtbarer“ sowie „Ö1 gehört gehört“, den er auch selbst gesprochen hat, und war Mitautor der „Ö3-Wecker“-Kasperliade  Peda & Peda“, Er lebt als freier Schriftsteller in Wien.

 

Werke: 12 Romane (8 Romane mit Detektiv Simon Brenner als Hauptfigur, z. Teil Verfilmungen, Adaptierungen für Theater und Rundfunk)

Hörspiel Brennerova

Kinderbücher

 Auszeichnungen: u.a. 3x Deutscher Krimipreis, Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, 3x Hörspiel des Jahres in Österreich, 2017 Österreichischer Kunstpreis für Literatur

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