Awareness – Sexistische Grenzüberschreitungen als wirksames Hindernis für weiblichen Aufstieg?

 

Dienstag, 08.10.2019

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14 2.Stock

Moderatorin: Maria Rauch-Kallat

Referentinnen: Yara Hofbauer

Awareness – Sexistische Grenzüberschreitungen als wirksames Hindernis für weiblichen Aufstieg?

Betrachtet man die gegebenen Umstände oberflächlich, so scheint es vermutlich, als würde zwischen Frauen und Männern in der Arbeitswelt mittlerweile komplette Gleichstellung herrschen. Der Zugang zu Studium und sämtlichen Berufen steht allen Personen offen und unterschiedliche Maßnahmen wie Frauenquoten, die häufig implementierte Verpflichtung, weibliche Kandidatinnen männlichen bei gleicher Qualifikation vorzuziehen, auf weibliche Mitarbeiterinnen beschränkte Mentorships oder Frauenförderungsprogramme, werden eingesetzt, um Frauen den Aufstieg zu ermöglichen. 

Blickt man auf die aktuellen Zahlen, scheinen diese Bemühungen allerdings nur mäßig zu wirken: Lediglich 8,4% der Geschäftsführerpositionen der 200 umsatzstärksten Unternehmen waren Stand 2018 weiblich besetzt, in den börsennotierten Unternehmen Österreichs waren es überhaupt nur 5,1% (Frauen.Management.Report.2018).

Vor dem Hintergrund der erwähnten Gleichstellungsmaßnahmen könnte man meinen, dies läge am mangelnden Willen der Frauen. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich diese Conclusio allerdings als Trugschluss. Die Gründe sind deutlich vielschichtiger. Denn Frauen und Männer am Papier gleich zu behandeln bedeutet noch keine faktische Chancengleichheit. Neben strukturellen Faktoren sind der unterschiedliche Umgang mit männlichen und weiblichen Mitarbeiter/innen und der Umstand, wie diese von Kolleg/innen und Vorgesetzten wahrgenommen werden ein wesentlicher Grund für die immer noch andauernden ungleichen Verhältnisse. 

An diesem Abend wird es um die Frage gehen, inwieweit derselbe Arbeitsplatz für Frauen und Männer aufgrund unterschiedlicher Sozialisierung ungleiche Chancen bietet. Es wird diskutiert, wieso auch gezielte Fördermaßnahmen keine Wirkung zeigen können, wenn Frauen nicht auf Augenhöhe mit ihren männlichen Peers wahrgenommen und ihnen dadurch (soziale) Räume innerhalb des Arbeitsplatzes verwehrt bleiben. Als (subtile) Verdrängungsmechanismen, die Frauen am beruflichen Fortkommen hindern, spielen sexuelle Belästigung und Sexismus dabei eine besondere Rolle. 

Der Vortrag richtet sich an sämtliche Personen, die sich selbst im Arbeitsleben befinden oder aus anderen Gründen Interesse an arbeitsbezogenen Themen haben.

Yara Hofbauer studierte in Wien und Spanien Rechts- und Politikwissenschaft. Nachdem sie sich in ihrem Masterstudium an der Harvard Law School auf die Schnittmenge Gender & Recht spezialisiert hatte, promovierte sie in Wien über das Sexualstrafrecht. Sie arbeitete mehrere Jahre in Rechtsanwaltskanzleien in Wien und absolvierte 2018 die Rechtsanwaltsprüfung. Im selben Jahr gründete Yara nebenberuflich die Unternehmensberatung upright, die sie gemeinsam mit Alisha Akii leitet. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, durch die aktive Zusammenarbeit mit Arbeitgeber/innen ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld für möglichst viele Arbeitnehmer/innen zu ermöglichen.

 

Unkostenbeitrag: € 8,-- inklusive Getränkebon, alpha Mitglieder und Fördernde gratis.

Um Anmeldung wird gebeten.

 

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