"die WIENERIN" - Chefredakteurin eines kritischen Frauenmagazins

 

Donnerstag, 15.03.2018

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Moderatorin: Monika Posch

Referentinnen: Barbara Haas

Die gängige Meinung über Frauenmagazine ist wohl eine Aneinanderreihung vieler Klischees: oberflächlich, Berichte über Mode und Kosmetik, dann vielleicht noch Kochrezepte und Einrichtungstipps – womit frau sich halt so beschäftigt!
Für eine gestandene Journalistin die ihr bisheriges Leben in Lokalredaktionen, Auslandseinsätzen und Tageszeitungen verbracht hat, war es wohl eine gewisse Herausforderung als Chefredakteurin auf die andere Seite der Macht zu wechseln. 

Obwohl die „Wienerin“ nie ganz dem klassischen Bild eines Frauenmagazins entsprochen hat – kritische Berichterstattung war hier immer wichtig – ist es Barbara Haas doch gelungen, dem Blatt einen, ihren, frauenpolitischen Stempel aufzudrücken. 

So schreiben auch Kolleginnen über die Wienerin unter der Leitung von Barabara Haas anerkennend: „Dass Johanna Donahl, bei der Gründung der WIENERIN vor 30 Jahren SPÖ-Frauenministerin, ein Interview mit dem Magazin ablehnte, ist Geschichte. Heute steht die WIENERIN für die selbstbewusste, selbstbestimmte und moderne Frau. Diät-Tipps oder Ratschläge zu invasiven Veränderungsmaßnahmen am weiblichen Körper wird man unter Barbara Haas’ Führung hier nicht finden. Dass manche Dinge oft etwas mehr Zeit brauchen, ist ihr bewusst. So ist es beispielweise nicht einfach, normalgewichtige Models für die Fotoshootings der Mode-Editorials zu bekommen. Oft wird den Mädchen nach dem Shooting in der Bildbearbeitung noch etwas Volumen dazu retuschiert, weil österreichische Model-Agenturen fast ausschließlich sehr dünne Models anbieten. Gegen den grassierenden Magerwahn ist auf jeden Fall noch etwas zu tun, ist die einhellige Meinung in der Redaktion.“ (Nina Tschavoll, Blog MadameWien)
Gesellschaftspolitische, gut recherchierte Beiträge sind ebenso wichtiger Teil des Magazins. Aber auch die Herausforderungen der digitalen Welt hat die Wienerin unter Barbara Haas gemeistert. Der Online-Auftritt ist mittlerweile ein ebenbürtiger Partner der Printausgabe.

Sie selbst sagt über Ihre Arbeit: „Nach vielen Jahren im Tageszeitungsjournalismus wollte ich noch einmal etwas wagen. Und nachdem ich Print liebe und für mich das gedruckte Wort großen Wert darstellt, liebäugelte ich mit einer anderen Art von Printmedium.  Zu Frauenmagazinen hatte ich aber eigentlich ein fast arrogantes Verhältnis, denn ich war überzeugt, dass sie Frauen in der Gesellschaft weniger helfen, als vielmehr im Klischee halten wollen. Die WIENERIN war in dieser Hinsicht für mich in Österreich schon immer der einzige Lichtblick und als sich 2014 die Gelegenheit ergab, fühlte es sich vom Start weg richtig an. Ich durfte nach 15 Jahren Berufserfahrung noch einmal richtig viel Neues lernen, das war wirklich aufregend und ich hatte von Anfang an großes Glück mit meinem  Team, das mich respektierte und mir gleichzeitig die Möglichkeit gab, noch zu wachsen.“ (Interview in hannainthehouse.com)

Digital, Print – noch spannender ist ein Gespräch im realen Leben. Der Abend im alpha widmet sich der Journalistin ebenso wie der Mutter von Zwillingen, die den Alltag zwischen Kindergarten, Journalismus und all den anderen Herausforderungen meistert.

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