Frauenfußball

 

Mittwoch, 18.10.2017

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Moderatorin: Elfi Gerdenits

Referentin: "Miri" und Waltraud Kiss

Frauenfußball

Spätestens seit dem unglaublichen Erfolg bei der EM in Holland ruft Frauenfußball kein mitleidiges Lächeln mehr hervor, sondern Begeisterung und Lob. Nicht nur in Österreich.

Am Wiener Rathausplatz sahen 12.000 Fans das Halbfinale. Die österreichischen Fußballdamen begeisterten und leisteten unschätzbare Werbung.

Frauenfußball ist anders: Die Ladies reklamieren nicht, legen sich nicht mit den Schiedsrichtern an, haben keine Starallüren. Sie laufen einfach nur, spielen, kämpfen. Sie sind leidenschaftlicher als Männer, weil es ihnen um mehr geht, als nur zu siegen. Sie wollen zeigen, dass Frauen Männern ebenbürtig sind. Auch auf dem Fußballfeld. Auffällig war die mentale Stärke der Frauen. Teamchef Dominik Thalhammer hat rechtzeitig erkannt, dass gerade bei Frauen der Schlüssel zum Erfolg in der mentalen Stärkung liegt.

Wirtschaftliche Vergleiche mit Männerfußball, DEM Fußball sind allerdings frustrierend: die Männer haben nach ihrem sieglosen Einstieg in die EM den Heimweg angetreten – mit 8 Mio € mehr am Konto. Österreichs Frauen, die sich bis ins Halbfinale kämpften, hatten bis dahin gerade einmal 1 Mio erspielt.

Bundesligaspielerinnen müssen auf das Entgegenkommen ihrer Vorgesetzten hoffen, um für Reisen zu Spielen frei zu bekommen – Männer sind hier längst Profis, die keiner anderen Beschäftigung nachgehen.

In der zweiten und dritten Spielklasse sieht es für Frauenteams erst recht traurig aus: TrainerInnen, FunktionärInnen, Mentalcoaches, Spielerinnen – es wird ehrenamtlich gearbeitet, der Spielbetrieb durch Mitgliedsbeiträge finanziert. Sponsorgelder sind kaum aufzutreiben.

Sponsoren wenden sich dem Männerfußball zu, dort ist die mediale Aufmerksamkeit (bis jetzt) größer und die Gelder sind besser investiert. Die Medien wiederum haben die höheren Werbeeinnahmen dort, wo mehr Sponsoren sind – und schon ist der Kreis geschlossen.

Gelingt es durch die großartige Leistung des Frauennationalteams, hier auszubrechen? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Waltraud Kis, MA
Bildungsberaterin, Dipl. Sport-Mentalcoach,
Mentaltraining mit der Kampfmannschaft des MFFV sowie des Nachwuchses
im richtigen Leben Arbeit mit Jugendlichen, hier Berufsberatung und wieder viel Motivationsarbeit
 
„Miri“
geb. 1995, Rückennummer 12, Stürmerin beim MFFV, spielt seit ihrem 9. Lebensjahr Fußball, verletzungsbedingt immer wieder zurückgeworfen, im B-Team Torschützenkönigin 2016/17, im richtigen Leben Studentin der Rechtswissenschaften im 2. Studienabschnitt und Mitarbeiterin bei PHH Rechtsanwälte.

Zurück