Reden wir über ... Solidarität

 

Donnerstag, 25.01.2018

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Moderatorin: Eszter Dorner-Brader & Elfi Gerdenits

Reden wir über ... Solidarität

Definiert ist sie rasch, die Solidarität. Sie alltäglich zu leben ist schon etwas mehr Herausforderung. Solidarität bildet eine Haltung der Verbundenheit ab. Sie impliziert ein hohes Maß an Unterstützungsbereitschaft von Zielen, Ideen und Bedürfnissen anderer. Welches Ausmaß Solidarität in der Gesellschaft annehmen kann, haben wir 2015 erlebt. Vor allem auf Bahnhöfen, wo die ersten Flüchtlingsströme ankamen und in Auffanglagern. Wir musste nicht nachdenken, wir waren einfach solidarisch mit den über 88.500 Menschen die damals bei uns Asylerstanträge stellten. Warum fiel es den meisten von uns so leicht, sich solidarisch zu erklären? Was ist später daraus geworden? Je mehr die Solidarität mit den Flüchtigen von Politikern als romantische, unverantwortliche Willkommenskultur abgetan wurde, umso größer wurde die strukturelle Nervosität im Land. Und die Hilfe nahm ab. 

2015 war das Jahr der lauten, öffentlichen Solidarität. Die, über die alle redeten und berichteten. Und da ist noch die unbemerkte, kleine Schwester der Solidarität: Das Hilfsangebot an die Alleinerzieherin in der Nachbarwohnung, der geschenkte Schlafsack für den Obdachlosen, die Lernpatenschaft für das Migrantenkind. Empathie für Menschen in Notsituationen, vielfach erklärt als Hilfsbereitschaft, sind auch diese unauffälligen Alltagstaten ein Ausdruck von Solidarität.

Alles, was Menschen unternehmen, um soziale Sicherheit, Demokratie, Menschenrechte, Freiheit, unsere Grundrechte insgesamt zu sichern, ist solidarisches Handeln. Manchmal zeigt sich Solidarität in der leisen Bereitschaft einzelner, machmal klappt Solidarität nur über lauten Protest vieler. Was immer gilt: Solidarität hält Gesellschaften zusammen, schafft Lebensqualität, sichert Zukunft.

Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich hat seinem 2016 erschienen Buch „Solidarität“ den Subtitel „Anstiftung zur Menschlichkeit“ mitgegeben. Er schreibt darin: „Der wahre Schlüssel zu einem geglückten Leben liegt nicht darin, sich nur um das eigene, sondern gerade auch um das Wohl der anderen zu sorgen“. Das ist es, was Solidarität meint.
 

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