Renée Schroeder - Alle Moleküle immer in Bewegung

Buchpräsentation

 

Montag, 27.01.2020

19:00, Club alpha

Adresse: 1010 Wien, Stubenbastei 12/14, 2. Stock

Begrüßung: Maria Rauch-Kallat

Moderatorin: Eszter Dorner-Brader

Referentinnen: Renée Schroeder, Ursel Nendzig

Renée Schroeder - Alle Moleküle immer in Bewegung

©Stefan Knittel

Die Biografie der unkonventionellen Biochemikerin ist eine Inspiration für alle Frauen, ihren eigenen Weg zu gehen. Renée Schroeder ist eine Frau mit vielen Facetten. Die Biochemikerin hat sich von Wien aus einen Platz in der internationalen Spitze der Wissenschaft erkämpft. Kein leichtes Unterfangen als Frau in diesem Fach. Nun startet sie im „Unruhestand“ eine neue Karriere als Bäuerin mit dem Forschungsfeld „Wildkräuter“. Ein konventionelles Leben hat Renée Schroeder noch nie geführt. 1953 in Brasilien geboren, ging die Reise in ihrer Kindheit über Luxemburg nach Bruck an der Mur. Die Wanderjahre absolvierte sie in München, Paris und den USA, um anschließend in Wien ihre berufliche Heimat zu finden. Zwischen Wissenschaft und Feminismus hatte die überzeugte Atheistin bis heute viele Kämpfe auszutragen… Eine spannende Biografie über eine außergewöhnliche und konsequente Frau.

Pressestimmen:

"Unikum" Renee Schroeder und ihr Leben in Bewegung und im Kampf
Die Biochemikerin Renee Schroeder ist nicht nur eine hervorragende Forscherin, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten - und eckt dementsprechend immer wieder an. Im Vorjahr ist sie als Professorin an der Uni Wien in Pension gegangen und betätigt sich nun als "Kräuterhexe". In ihrer Biografie schildert sie nun ihr Leben in Bewegung und ihren Kampf gegen Konventionen, Männerbünde und für die Frauen.

Viele Stationen in Schroeders unkonventionellem Lebenslauf lesen sich amüsant, etwa ihr erster Eindruck von Österreich, konkret Bruck an der Mur, nach einer Kindheit in Brasilien ("Es war alles schwarz, dreckig und finster; die Leute waren unbunt und verschlossen, sie redeten so leise miteinander"), ihre Schulzeit ("Eine Deutschschularbeit im eingerauchten Zustand habe ich dafür besonders gut hinbekommen") oder ihre wissenschaftlichen Wanderjahre, etwa in Paris ("Einen Monat lebte ich im Puff, bis mein Zimmer am CNRS frei war"). Spannend werden Schroeders Erinnerungen, wenn es um das Anrennen als Frau gegen gläserne Decken (ein Begriff, der in dem Buch gar nicht vorkommt) und ihren Kampf für die Frauen oder ihre Auseinandersetzung mit der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geht.
So schildert sie etwa, wie sie mit einer "Shitlist" Leuten begegnet, die ihr das Leben schwer machen, oder der Uni Wien mit Klage droht, weil sie bei einer Professorenberufung "nicht den am besten geeigneten Kandidaten ausgewählt und mich diskriminiert haben". Unversöhnlich klingt sie gegenüber der ÖAW, aus der sie 2012 aus Protest gegen ihrer Meinung nach nicht nachvollziehbare Entscheidungen über die Ernennung neuer Mitglieder austrat, und die sie als "Intrigantenstadel, in dem es viel um Eitelkeiten geht", bezeichnet.
Ihr Kampf für Frauen hat sich ihrer Meinung nach ausgezahlt: "Auch die, die nach mir kamen, haben davon profitiert. Ich war sicher eine, die den Weg geebnet hat; die gezeigt hat, dass man sich gegen Entscheidungen auch wehren kann, erfolgreich wehren kann." Und trotz all der Öffentlichkeit, ihres Engagements und ihrer Karriere, bezeichnet sie die rund 20 Jahre, in denen sie ihre beiden Söhne großzog, als "das Beste in meinem Leben".
Christian Müller/APA Wien

 

"Ob Mädchen, junge oder ältere Frauen: MadameWien legt allen diese Lektüre ans Herz. Sie werden ihre Freude daran haben zu lesen, wie man Strukturen gegen den Strich bürstet, mit mühsamen Chefs umgehen kann, seine Familienpläne durchzieht, mobil bleibt in Geist und Körper, Widerstand leistet, Professorin wird, unabhängig bleibt und dennoch solidarisch ist. Es ist kein Patentrezept, weil jedes Leben anders ist, aber man darf sich etwas abschauen". Astrid Kuffner/ MadameWien

 

Renée Schroeder geboren 1953 in João Monlevade, Brasilien, studierte Biochemie in Wien, verbrachte ihre Lehrjahre in München, Paris und in Albany/NY, war Leiterin des Department für Biochemie und Zellbiologie an der Universität Wien. 2001–05 Mitglied der Bioethik-Kommission der österreichischen Bundesregierung, 2003 erhielt sie den Wittgensteinpreis und 2011 den Eduard Buchner Preis. Österreichs Wissenschaftlerin des Jahres 2002. Zuletzt erschienen: "Die Erfindung des Menschen. Wie wir die Evolution überlisten" (2016).

Ursel Nendzig geboren 1980. Sie studierte Wirtschaft an der WU Wien und absolvierte ihre journalistische Ausbildung an der Zeitenspiegel-Reportageschule in Deutschland. Sie lebt in Wien als freie Autorin für Magazine und Tageszeitungen. Zuletzt erschienen (gemeinsam mit Renée Schroeder): "Die Erfindung des Menschen" (2016), "Renée Schroeder - Alle Moleküle immer in Bewegung" (2019).

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Unkostenbeitrag: € 10,-- inklusive Getränkebon, Mitglieder und Fördernde gratis

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